Ausbildung Zertifizierter Mediator – Einleitung

Ausbildung Zertifizierter Mediator

Konflikte lösen ohne Anwalt und Richter – wie funktioniert Mediation?

Der Mediator versteht sich nicht als Anwalt einer Streitpartei, sondern er ist gleichermaßen für alle am Konflikt Beteiligten da. Seine Aufgabe ist es, eine Kooperationsbasis zwischen den Streitparteien herzustellen und zu sichern und eine Plattform für die Kommunikation zu bauen. Er versteht es, Konflikte zu analysieren, den Eskalationsgrad des Streits zu bestimmen und geeignete Interventionsmethoden auszuwählen. Dazu gehören professionelle Kommunikations- und Fragetechniken, Methoden der Prozesssteuerung und die Verfahrensstrukturierung. Dies ermöglicht es den Konfliktparteien, sich die verschiedenen Sichtweisen vor Augen zu führen, festgefahrene Konflikte aufzubrechen und Lösungen zu entwickeln – eigenverantwortlich und auf Augenhöhe.

Was muss ein Mediator können?

Mediatoren benötigen u.a. umfangreiche Kenntnisse über das Mediationsverfahren, über Konflikte und Konflikteskalationen sowie zu rechtlichen Fragestellungen. Außerdem müssen sie spezielle Kommunikationsmethoden und Interventionstechniken beherrschen. Zusätzlich werden auch hohe Anforderungen an die Person des Mediators gestellt. Dazu gehören die Fähigkeit zur Empathie und Vertrauensbildung, die innere Einstellung und Haltung sowie das eigene Reflexionsvermögen.

All diese Kompetenzen vermitteln wir in unserer handlungsorientierten Ausbildung. Im Zentrum steht das Training einer vermittelnden Gesprächsführung an Beispielfällen. Kognitive Inhalte werden im Zusammenhang mit praktischen Problemen (Fällen) dargestellt. Unsere interdisziplinäre Ausbildung fördert gleichfalls die kommunikative und interaktive Kompetenz der Beteiligten. Sie werden befähigt, mit Konflikten konstruktiv umzugehen.

Wie kann Mediation für die berufliche Qualifikation genutzt werden?

Auch wenn der Beruf des Mediators noch relativ neu ist, eröffnen sich zunehmend attraktive Chancen einer beruflichen Tätigkeit. Ansätze finden sich derzeit im Familien-, Beratungs-, Schulungs- und Organisationsbereich ebenso wie in der Wirtschaft. Darüber hinaus verbreitet sich die Mediation im öffentlichen Sektor wie z.B. im Planungsbereich. Einsatzfelder bieten sich auch bei Bürgerbeteiligungsprojekten oder bei Konflikten in der Nachbarschaft bzw. zwischen Mietparteien. Interkulturelle Fragestellungen spielen zudem in allen diesen Feldern zunehmend eine Rolle.
Für freiberufliche Berufsgruppen wie Rechtliche Betreuer, Psychologen, Therapeuten, Organisationsberater oder Rechtsanwälte etc. ist Mediation eine interessante, sinnvolle Ergänzung zur eigenen Tätigkeit. Neben der praktizierenden Mediation stellen mediative Kompetenzen eine zentrale Schlüsselqualifikation dar. Damit lässt sich Mediation im eigenen beruflichen Umfeld integrieren sowie das eigene Konflikt- und Persönlichkeitsverhalten weiterentwickeln.